stille hunde

weiterbildung darstellendes spiel

stille hunde bietet als freier Bildungsträger in Südniedersachsen eine zweijährige Fortbildung zur Lehrkraft für Darstellendes Spiel an. Der Kurs, der in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) konzipiert wurde, umfasst alle vorgesehenen Lerninhalte und wird vom NiLS zertifiziert. Die einzelnen Kursblöcke finden vorzugsweise an Wochenenden in Räumlichkeiten der kooperierenden Schulen in Göttingen statt. Das Leitungsteam setzt sich aus erfahrenen Pädagogen zusammen, die bereits mehrere Jahre das Fach unterrichten, ergänzt durch Theaterpädagogen und Künstler.

Warum Darstellendes Spiel

Bildung muss immer auch ästhetische und soziale Bildung sein. Diese pädagogische Erkenntnis ist nicht neu. Im Zuge der kontrovers geführten Diskussionen über Zustand und Zukunft der Schule hat sie eine stärker praxisorientierte Bedeutung gewonnen. Im Zusammenhang mit der Frage nach angemessener ästhetischer Erziehung ist gerade das Fach Darstellendes Spiel wie kein anderes musisches Fach in den Fokus gerückt - als Ergänzung, Vernetzung und Vertiefung des Lehrplans, nicht zuletzt auch als Alternative zu den konfektionierten popkulturellen Angeboten, mit denen Kinder und Jugendliche täglich konfrontiert werden.

Lerninhalte anderer Fächer lassen sich im Fach Darstellendes Spiel auf eine spielerische Weise praktisch erproben und anwenden: Zum Beispiel Kunst und Musik, Sport, Deutsch und fremdsprachlicher Unterricht, Sozialkunde und Geschichte, selbst Mathematik, Physik und Chemie spielen eine Rolle - wenn ein Spieltext geschrieben, ein Bühnenraum konstruiert, Licht- und Tontechnik eingesetzt wird, wenn Schülerinnen und Schüler eine Choreografie, ein Musikstück erarbeiteten, wenn sie Kostüme gestalten und Masken bauen. Mehr als in jedem anderen Fach können die Beteiligten ihre persönlichen Interessen und Talente in einen gruppenorientierten, kreativen Prozess einbringen und dabei soziale und emotionale Kompetenz erwerben. Der kritische Umgang mit Rollenzuschreibung und Rollenverhalten ist ebenso Lernziel des Fachs wie freies Agieren und Sprechen.

Die Bemühungen der letzten Jahre waren erfolgreich: An vielen Schulen werden nicht nur Theater-AGs angeboten, sondern Darstellendes Spiel wird als reguläres Fach unterrichtet. Im Sekundarbereich II kann das Fach nach Genehmigung durch die oberste Schulbehörde als Wahlpflichtfach angeboten werden - eine Option, die viele Gesamtschulen und Gymnasien erfolgreich wahrgenommen haben. Nach wie vor fehlen aber qualifizierte Fachlehrerinnen und -lehrer an den Schulen. In diese Lücke stößt unser Angebot.

Ich hoffe, Ihr Interesse geweckt zu haben. Falls Sie mehr über das Angebot wissen möchten, stehen mein Team und ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Christoph Huber
Leiter des Weiterbildungsteams

Zielsetzung

Die zweijährige Weiterbildung wurde in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) mit der Zielsetzung konzipiert, Lehrkompetenzen im Fach Darstellendes Spiel zu vermitteln. Die Kursteilnahme wird vom NiLS zertifiziert.

Inhalt

Inhalt der Weiterbildung ist sowohl die Methodik als auch die Didaktik des Unterrichtes im Fach Darstellendes Spiel. Der Lehrplan ist so aufgebaut, dass alle vorgegebenen Module des Pflicht- und Wahlbereichs Darstellendes Spiel für die Sekundarbereiche I und II behandelt werden. Besonderes Gewicht liegt auf den praktischen Übungen.

Aufbau

In den Kursblöcken werden Themen aus verschiedenen Modulen behandelt. Dabei werden die Anforderungen gesteigert. Dies bedeutet, dass sich die Einheiten von den ersten selbst gemachten Spielerfahrungen, über Inszenieren bis hin zum Anleiten ganzer Unterrichtseinheiten und Konzipieren von Lernkontrollen erstrecken. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass den Teilnehmenden, die das Fach bereits unterrichten, Supervisionen in ihren Klassen angeboten werden.

Zeitlicher Umfang

Die Weiterbildungsmaßnahme umfasst 250 Stunden in zwei Jahren, wobei die Stunden in Pflichtbereiche und Wahlbereiche unterteilt werden. Der Pflichtbereich wird voraussichtlich in 10 Blöcken erteilt, die 9 Pflichtmodule abdecken. Die Blöcke beginnen in der Regel am Donnerstag von 17 - 21 Uhr, gehen am Freitag von 9 - 18 Uhr weiter und enden am Samstag von 10 - 19 Uhr. Der Wahlbereich wird in 5 Blöcken abgehalten. In der Regel finden diese Blöcke freitags von 16 - 21 Uhr und samstags von 10 - 18 Uhr statt.

Termine und Orte

Die Terminierung der Blöcke findet jeweils zwei Monate vor Beginn des Schulhalbjahres statt und die Kurse werden in den Räumen der kooperierenden Schulen in Göttingen abgehalten.

Module

Pflichtmodul 1
Miteinander ins Spiel kommen: Kennenlernen, Vertrauen, Wahrnehmung,
Grundlagen der Improvisation

Pflichtmodul 2
Grundlagen des Szenischen Spiels I: Körper und Raum

Pflichtmodul 3
Grundlagen des Szenischen Spiels II: Atem, Stimme, Sprechen

Pflichtmodul 4
Grundlagen des Szenischen Spiels III: Figur und Rolle

Pflichtmodul 5
Spielleitung I: Von der Improvisation zur Szene

Pflichtmodul 6
Spielleitung II: Dramaturgie, Textarbeit, Textproduktion

Pflichtmodul 7
Spielleitung III: Anleitung, Inszenierung, Rollenarbeit

Pflichtmodul 8
Unterrichtspraxis I: Unterrichtseinheiten, vom Beginn bis hin zur Aufführung,
Theatertreffen, Theaterbesuche

Pflichtmodul 9
Unterrichtspraxis II: Netzpläne, Leistungsbewertung, schriftliche Leistungskontrollen,
spielpraktische Aufgaben, Recht, Finanzen

Wahlmodul 1
Theaterräume

Wahlmodul 2
Maske

Wahlmodul 3
Beleuchtung

Wahlmodul 4
Multimedia

Leitungsteam und Dozenten

stille hunde konnte das erfahrene pädagogisch-didaktische Leitungsteam, das sich bereits 2006 unter der organisatorischen Leitung von Christoph Huber am Deutschen Theater in Göttingen zusammengefunden hatte, übernehmen. Ergänzend wurde eine Reihe von Dozenten aus der künstlerischen Praxis gewonnen: Spezifische Techniken und Übungen, Körper- und Sprechtraining, Grundkenntnisse in Schminken, Bühnengestaltung, Bühnenlicht, Video- und Tontechnik, Theatergeschichte und Dramaturgie werden von Theaterpraktikern vermittelt.

Mischa Drüner
Mischa Drüner

Schauspieler,
seit 2001 Fachlehrer für Darstellendes Spiel
an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen

Christoph Huber
Christoph Huber

Christoph Huber
ausgebildeter Primarlehrer und Schauspieler,
seit 1991 Bühnentätigkeit als Schauspieler, Regisseur
und Theaterpädagoge

Wolfgang Jordan
Wolfgang Jordan

Wolfgang Jordan
seit 1990 Fachleiter für Darstellendes Spiel an der
Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen

Susanne Weller
Susanne Weller

Susanne Weller
Schauspielerin und Regisseurin,
seit 2002 Fachleiterin für Darstellendes Spiel an der
Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen