Erzählung von Franz Kafka,
Szenische Lesung mit Stefan Dehler und Christoph Huber
zur produktion
Ein Mann erwacht und ist nicht mehr derjenige, der er war, als er zu Bett ging. Über Nacht hat er sich in ein riesiges käferartiges Insekt verwandelt. Für seine Familie, der er bislang durch sein Einkommen als Handelsreisender eine Existenz in Müßiggang verschafft hat, wird er so zu einer schweren Belastung. Der Vater reagiert mit Gewaltausbrüchen, Mutter und Schwester mit Tränen. Die Verhältnisse kehren sich um. Während er dauerhaft die Enge seines Zimmers verbannt wird, müssen Vater, Mutter und Schwester sich um Lohnarbeiten außerhalb bemühen. Zudem ist der Verwandelte auf Pflege angewiesen, die im Laufe der kommenden Wochen und Monate immer widerwilliger und nachlässiger geleistet wird. Die Situation spitzt sich zu, als drei zahlungskräftige Untermieter in die in die Wohnung einziehen. Der unerwartete Anblick des riesenhaften Käfers vertreibt die Herren. Die Familie verliert somit ein dringend benötigtes Einkommen. Nun scheint es nur noch eine einzige Lösung für das Problem zu geben: der Tod des Monsters.
Franz Kafkas fantastische Erzählung von der unerklärlichen Verwandlung des Gregor Samsa ist der literarische Bezugspunkt der Performance, die die Schauspieler Stefan Dehler und Christoph Huber gemeinsam mit den Musikern Christoph Labitzke (Keyboard), Adrian Schmidtke (Bass), Sven von Samson (Schlagzeug) und den Göttinger Break-Dance-Artisten James Ashraf und Ossman Hayfield für die 5. Göttinger-Tanz-Kultur-Woche 2011 erarbeitet haben. Musik, Tanz, Rede und Aktion ergänzen in dieser Performance einander in schnellem Wechsel zu einer Abfolge von erzählenden Bildern.