Szenisches Protokoll von Stefan Dehler, Musik von Andreas Düker,
mit Michaela Cibula-Wagner, Stefan Dehler und Christoph Huber
zum stück
Gerhart ist alleinerziehender Vater einer fünfzehnjährigen Tochter, Lia. Das familiäre Verhältnis ist angespannt. Der beruflich stark beanspruchte Vater ist mit der selbstbewusste Tochter überfordert. Hin- und hergerissen zwischen Pflichtbewusstsein und Ohnmachtsgefühl, hat er in den Augen des Mädchens jede Autorität verloren. Als Lia eines Tages vergewaltigt wird, trifft ihn der Vorwurf, als Vater versagt zu haben, hart. Gegen den Willen des Opfers zeigt er den mutmaßlichen Täter an. Die Beweislage ist problematisch für den Kläger. Der Beschuldigte kann nicht verurteilt werden. Gerhart verliert das Vertrauen in die Rechtsprechung. Nach dem Prozess sucht den Freigesprochenen auf. Er will ihn zu einem Geständnis zwingen. Die Begegnung endet in einer Katastrophe.
Mit der vierteiligen Veranstaltungsreihe „Drei Farben Licht“ präsentiert sich die Klosterkirche Nikolausberg in den Monaten Oktober und November als Raum für szenische Kunst. Mitwirkende sind künstlerische Produktionsteams unter der Leitung von Nina de la Chevallerie, Luise Rist, Stefan Dehler und Christoph Huber. Exklusiv für die Klosterkirche erarbeiten sie mit Schauspielern, Musiker und Videokünstlern vier Theaterabende, die das historische Bauwerk nicht nur als exotische Bühnenarchitektur verstehen und benutzen, sondern von seinen ursprünglichen und tradierten Funktionen inspiriert sind, ihn wieder in Erinnerung rufen wollen als Ort der philosophischen Auseinandersetzung und der spirituellen Erfahrungen. Jedem der Abende liegt ein literarischer Text zugrunde, der speziell für diesen Anlass geschrieben wurde. Drei als Leitmotive gewählten Grundfarben und der Begriff „Licht“ haben die Künstler zu spannungsvollen, thematisch einander ergänzenden Erzählungen angeregt, die Fragen nach den grundlegenden Bedingungen menschlichen Zusammenlebens aufwerfen.